, Rolf Klaus

Wandertage in Klosters

Wandertage in Klosters Sonntag 09. August 2020 bis Freitag 14. August 2020

Naturfreunde Sektion Baselbiet

Wandertage in Klosters
Sonntag 09. August 2020 bis Freitag 14. August 2020

Im Frühtau zu Berge wir zieh‘n .... (schwedisches Wanderlied 1900)

Sonntag 09. August 2020: Ausgerüstet mit entsprechender Kleidung, hohen Wanderschuhen, Regenschutz gemäss dem zu erwartenden Bergwetter und Wanderstock stehen 21 Naturfreunde im Bahnhof SBB Basel zur Abfahrt nach Klosters bereit. Im reservierten Wagen (es ist immer der letzte Personenwagen), fahren wir nach Landquart und mit der Rhätischen Bahn nach Klosters Dorf. 

Wir sind im 4* Sunstar Hotel untergebracht,  
wo wir herzlich begrüsst werden. Das Hotelmanagement macht uns mit den im Hotel gültigen „Spielregeln“ von COVID19 (leider immer noch aktuell) bekannt und wir erhalten den Graubünden- Pass, mit dem wir in den nächsten fünf Tagen in der Region gratis herumreisen können. Nach kurzem Zimmerbezug treffen wir uns 

erfrischt für einenSpaziergang nach Klosters Platz.

 

 

 

 

 Der Weg führt über frisch gemähtes Weideland

der Landquart und dem Eisenbahntrasse der Rhätischen Bahnentlang. In Klosters Platz informieren wir uns über die Möglichkeiten des OeV für die geplanten Wanderungen. Der Rest des Nachmittags steht allen zur freien Verfügung, sodass nach Davos zum Shopping gefahren oder einfach im Café des Hotel Chesa Grischuna ein Zvieri bestellt wird. 

Unsere gemeinsamen Nachtessen sind jeweils auf 19.00 Uhr vorgesehe

Es erwartet uns jeden Abend ein 3-Gang-Menu. Heute Sonntag gibt es als Vorspeise ein Salatbuffet, das Hauptgericht besteht aus geschmortem Kalbsbraten, Schupfnudeln und Tomatenragout. Als Dessert wird ein Kirschtörtchen mit Eiscreme und Rahm serviert.

 

 

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Jakobshorn JA oder NEIN ...

 

 

Montag 10. August 2020: Wir müssen uns entscheiden.
Die Wanderleitung bietet uns an, wer Lust und Laune (und die notwendige Kondition) hat mit Sira und Stefan auf das Jakobshorn zu wandern oder mit Nelly und Nik den Jakobsberg zu (um)wandern.

Wir können unseren Entscheid bis zum Start der Wanderung in Teufi, das wir mit dem Postautobus erreichen, noch überlegen.

 

 

 

Teufi liegt im Tal Dischma,  ein Hochtal auf dem Gebiet der schweizerischen Gemeinde Davos.                       Der Dischmabach fliesst auf der Talsohle nach Norden und in Davos Dorf in das Landwasser.     

Wer das Landwasser mit der Landquart verwechselt sollte, dem kann man erklären, dass in Davos Wolfgang die Wasserscheide die Trennung von Landquart und Landwasser ist. Was nördlich von Davos Wolfang fliesst, gelangt in die Landquart die durch Klosters fliesst und dann in den Rhein. Alles was südlich vom Wolfgang fliesst gelangt in das Landwasser und bei Filisur in die Albula. Wir wählen den Wanderweg, der etwas erhöht am Bärenfallen entlang führt. Die Gruppe „Kondition“ trennt sich kurz darauf und beginnt ihren Aufstieg über den Stillberg auf das Jakobshorn. Unser Weg führt manchmal bergan. Er ist aber bequem und angenehm zu gehen. Wir wandern durch Lärchen- und Tannenwald. Immer wieder bietet sich uns eine prächtige Aussicht auf die markanten Berggipfel rund um Davos.              Die Mittagspause nimmt die Wandergruppe der gemütlichen Naturfreunde auf gefällten Baumstämmen mit Blick auf den Golfplatz von Davos Dorf ein. Bis zur Zürcher Höhenklinik steigt der weitere Weg mehr oder weniger steil an. Dabei sind mehre Bäche zu überqueren, mal mit mal ohne Brücken.

 Die Wanderung endet in Davos Islen im Restaurant Islen. 

Von dort gelangen wir mit Postauto und RhB via Davos nach Klosters Dorf zurück.

 

 

 

 

 

Fazit: für den Anfang ein angenehmer erster Wandertag, sowohl für die nimmermüden Jakobshorn-Bezwinger als auch für etwas langsameren Naturfreunde unter uns.

Alle werden belohnt durch ein feine Nachtessen mit Blumenkohlcremesuppe, gebratener Maispoulardenbrust, Portweinsauce, Tomatenreis und Broccoli. Zum Dessert dreierlei Sorbet mit Früchten.

PS: Blumenkohl und Broccoli sind nicht gerade meine Leibspeisen.

 

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Wo ist das Murmeltier? Nua è el muntanella?

 

Dienstag 11. August 2020: Heute geht’s auf den Panoramaweg und
den Davoser Höhenweg. Mit der Gotschnabahn geht’s von Klosters
Platz in die Höhe (mit Umsteigen auf Gotschnaboden) und wir beginnen
die Wanderung auf dem Panoramaweg. 

Die Fernsicht ist mittelmässig

aber trotzdem sind wir überwältigt von der Aus- sicht. Das gesamte Prättigau liegt uns zu Füssen. Und dann noch die Berge.

Gipfelgenuss pur!

 

Wir wandern den Höhenkurven entlang bis zur Parsennhütte, wo wir einen kurzen Halt machen. Auf dem Weg dahin hören wir Murmeltiere pfeifen (wer hat sie gesehen?) und treffen auch auf freilaufende Kuhherden mit teilweise angriffslustigen gehörnten Exemplaren.

Weiter geht der Weg dem Totalphorn entlang zur Schutzhütte auf 2295 m.ü.M am Salezer Horn. Geologische interessierte finden diverse Steine mit den typischen Färbungen rot und grün im Granit sowie mit Einschlüssen von Korallen und Muscheln. 

Bei der Schutzhütte verpflegen wir uns mit Mitgebrachtem aus dem Rucksack. Die restliche Strecke bis zur Station Höhenweg der 

Parsennbahn ist rasch zurückgelegt und da wir gut in der Zeit sind, gönnen wir uns ein Dessert auf der Sonnenterrasse des Restaurants Höhenweg. 

Die Parsennbahn bringt uns hinunter nach Davos Dorf und hier ist unsere heutige Wanderung offiziell zu Ende.

Kulturell Interessierte besuchen anschliessend das Kirchner Museum (Ernst Ludwig Kirchner 1880 – 1938).

Kirchner lebte bis zu seinem Tod in Davos.

 

 

 

Wir treffen uns alle wieder zum Apero in der Hotelbar und dem Nachtessen (Gemischter Sommersalat, Hausdressing; Rindsragout, Rotweinsauce, Kartoffelstock mit Gemüse und Karottenkuchen zum Dessert).

 

 

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Über (Wurzel-) Stock und Stein .....

 

 

Mittwoch 12. August 2020: So wie die vergangenen Tage schon, erwartet ein sonniger Tag die Wandergruppe der Naturfreunde Sektion Baselbiet.

Start in Sertig / Sand und dann hinauf zum Rinerhorn ist das Ziel der heutigen

Wanderung. 

 Doch nicht für Alle?    Nein, 

 wir haben ja „Gipfelstürmer“ unter uns, die jeden Gipfel besteigen möchten und da sind noch die weniger stürmischen Naturfreunde, die das Rinerhorn lieber von unten herauf betrachten wollen.  

Also teilt sich die Wandergruppe schon bereits  zu Beginn in Sertig/ Sand. Die Gipfelstürmer wandern entschlossen los mit Ziel Rinerhorn und sind rasch aus dem Blickfeld der Naturfreunde, das sind die mit dem etwas gemächlicheren Schritttempo und den grauen Haaren, verschwunden.

Auf schmalem Pfad den Höhenkurven folgend führt der Wanderweg dem Rinerhorn entlang. Rechterhand im Tal rauscht der Sertigbach und die Kirche von Sertig steht stolz in der Ebene. Linkerhand sprudeln kleine Bächlein ins Tal. Da meist ohne Brücken, darum Achtung, bitte kein nassen Füsse! Langsam aber stetig führt der Wanderweg durch Buchen- und Kiefernwald aufwärts bis auf eine Höhe von 2000 m.ü.M.   Es ist ein regelrechter Wurzelstock- und Stein- Weg.                Es gilt auch ein Hindernis zu überwinden, was uns zwar keine Mühe macht, den beiden Jungen aber schon!  

Im Norden sind das Weissfluhjoch und die Schatzalp, im Osten das Jakobshorn sichtbar. Auf Aebirügg dem höchsten Teil unserer Wegstrecke gibt's den Mittagshalt. 

Wer hätte das gedacht, komfortabel mit Tisch und Bank! Eine gute Wahl der Wanderleitung.

Die letzte Wegstrecke ist ein breiter Mergelweg, der uns leicht abwärts und nach kurzer Zeit an die Bergstation der Rinerhornbahn führt.

Hier treffen wir unsere „Gipfelstürmer“, die es aber nicht bis zum Rinerhorn hinauf geschafft haben. Sie sind im Restaurant Hubel nach rechts gewandert und zu uns nach Jatzmeder abgestiegen. Hier können wir alle auf der wunderschönen Sonnenterrasse des Bergrestaurants Jatzmeder nochmals die Schönheiten der Prättigauer Berge geniessen.

Die Wanderung endet hier und jeder darf individuell mit der Gondelbahn nach Glaris schaukeln und mit OeV nach Klosters Dorf zurückkehren.

Zum Nachtessen gibt es Prättigauer (!) Brotsuppe, Lammkeule, Provencialsauce, Polenta mit Ratatouille und zum Dessert (echt schweizerisch) eine Tobleronemousse mit Haselnusseis.

PS: Stefan sagt, seine Tobleronemousse sei besser. Das glaube ich Ihm sofort.

 
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Plan A oder Plan B: je nach Wetterlage ....


Donnerstag 13. August 2020: Am Vorabend sieht der Wetterprophet in seiner Glaskugel (sprich auf seinem IPhone mit der Wetter App) eine starke Regenfront Donnerstag in Klosters/Davos. Und das ausgerechnet zur vorgesehenen Zeit der heutigen Wanderung.

Wir nehmen wagemutig den Zug 10:33 Uhr nach Klosters- Platz. Nach wenigen Minuten haben wir den Dorfrand (bei der Salka-Viertel- Brücke) erreicht und wandern der Landquart entlang nach Monbiel, dem Ziel und zugleich Wendepunkt der heutigen Wanderung.                  

Die Wetterprognose war (wie so oft) für die Katze. Es ist sonnig, bewölkt aber ohne Regenwolken. Gemütlich, es ist unser letzter Wandertag, gehen wir auf der rechten Seite der Landquart, überqueren bei Aeuja (Äuja) den Fluss und wandern auf der Diethelm-Promenade weiter das Tal hinauf.    

Die Landquart ist im unteren Teil melioriert und korrigiert, ab dem Rechen noch in alter Frische wild und ungezähmt. Wir überqueren erneut die nächste Brücke und sind auf sehr schmalem Pfad erneut auf dem rechten Ufer unterwegs.                                        

Die nächste Brücke ist eine Hängebrücke, die wir
selbstverständlich im jugendlichen Übermut (ja das gibt’s bei Grauen Panthern noch) ins Schaukeln bringen müssen. Überqueren müssen wir sie nicht, denn das Dorf Monbiel liegt gleich linkerhand hoch oben am Hang. Das bedeutet „steiler Aufstieg“, aber jetzt fühlen wir uns wieder jung. An der Haltestelle des Postautos nach Klosters-Platz verzichten wir auf eine Busfahrt. Der Regen hat sich verdrückt. Also zu Fuss nach Klosters-Platz. Wir gehen durch Monbiel hindurch und zweigen bei der nächsten Postauto-Haltestelle rechts und wandern bei leichter bis mittlerer Steigung zum Sunnebeizli Hennagadä im Weiler Bärg. Wir befinden uns jetzt auf dem GADÄWÄG.

Auf dem Wanderweg von Monbiel bis Russna (eine Siedlung etwas ausserhalb von Klosters-Platz) stehen alte Gaden. Diese Flurställe (Gadä) werden zu Begegnungspunkten mit der Berglandwirtschaft. Die umgebauten Gaden präsentieren Interessantes und Wissenswertes rund um die Klosterser Berglandschaft und ihre Heger und Pfleger: Bergbauern. Leider können wir nicht alle Gadä besuchen, aber das ist ein Grund zurückzukehren nach Klosters, um es in Ruhe nachzuholen.

 

 

Das Nachtessen im Sunstar Hotel mit Antipastiteller, mildes Hähnchencurry, Korinanderreis, Früchte, Brokkoli und Aprikosencreme mit weisser Schokolade war klein aber fein wie alles in der letzten Tagen.

 

Unser letzter Wandertag ist vorbei. Morgen heisst es Abschied zu nehmen vom Prättigau.

Darum an dieser Stelle eine „Laudatio“ für die beiden Wanderleiterpaare Nelly und Nik, Sira und Stefan:

Ihr habt uns in den vergangen Tagen bei sonnigem Wetter die Schönheiten der Berge im Prättigau gezeigt. Unter eurer professionellen Leitung sind wir hinauf und hinunter, über manch grosse und kleine Bäche, zuweilen mangels Brücke auch im Wasser durch die Bäche und in schattigen Buchen- und Fichtenwälder gewandert. Dafür gebührt Euch im Namen der Naturfreunde Sektion Baselbiet ein ganz grosses Dankeschön und ein donnernder Applaus aller Teilnehmer.

   
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Die Heimkehr: alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei, ja mein Schatz es ist vorbei ...

(Zitat aus dem englischen Roman "Woodstock, oder: Der Cavalier" von Walter Scott aus dem Jahr 1826)

Freitag 14. August 2020: Tag des Abschieds. Unsere Wandertage in Klosters sind vorbei.

Es regnet diese Woche zum ersten Mal am Morgen. Der Himmel weint, auch wir sind traurig, dass diese Woche so rasch vorbei sein soll.

Wir werden vom Hotelmanagement mit einer Sage der Albeina aus dem Prättigau verabschiedet. Es erklärt warum das Hotel den Namen Sunstar Albeina trägt. 

Unser Gepäck wird wie auch am Sonntag bei unserer Ankunft vom Hotel an den Bahnhof transportiert. Wir haben reservierte Plätze im Zug der RhB nach Landquart und weiter im deutschen „Luxus“ ICE bis nach Basel. Auch Basel empfängt uns mit Platzregen. Er wäscht unsere Tränen aus dem Gesicht. Wir verabschieden uns von der Wanderleitung nicht ohne zu bemerken, dass wir wieder dabei sein werden, wenn die nächsten Wandertage 2021 (?) stattfinden.

Please, darling, don't you cry
Let's just kiss and say goodbye (to all of you)!

PS: zu den vergangen Tagen passen

  • -  Walking Song (Wouldn't it be nice to walk together...) by Kate & Anna McGarrigle

  • -  The Hobbit the Old Walking Song by the Tolkien Ensemble

   

Text und Bilder: Rolf Klaus