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Sommerimpressionen 2015, Sektion Birsigtal und Birseck

Zum Ersten:

Der Sommerhitze im Unterland entflohen, steigen 21 Wanderlustige an jenem 19. Juli aus der Gondel an der Bergstation des Niederhorns (1950 m). Ungewohnte Kühle umfängt uns, und ein leichter Regen lässt uns Pelerinen und Schirme aus dem Rucksack holen. Nun geht es in stetem Auf und Ab auf felsigem Bergweg über blumige Bergweiden (Nik bezeichnet solche Wege als „Nasenwasser“!). Bald macht der Regen mehr und mehr dem Sonnenschein Platz. Wir bewundern die üppige Flora am Wegrand, deren Pflanzennamen Marlies nicht nur auf Deutsch, sondern auch in Latein kennt.

Picnic gibt's auf der grünen Wiese. Von vis-à-vis grüssen majestätisch Jungfrau, Mönch und Eiger. Bei dieser Pracht geht jedem von uns das Herz auf.

Nach einem letzten kurzen Aufstieg führt uns der Weg steil abwärts. Die rund 900 m Abstieg gehen ganz schön in die Knie. Doch als wir in Habkern angelangt im „Alpenrösli“ alle vor einem kühlen Bier oder einen feinen Eiskaffee sitzen, sind die Strapazen vergessen.

Zum Zweiten:

Was machen wir an einem heissen Sommertag, wie der 22. Juli einer ist? Vielleicht verkriechen wir uns in der Wohnung bei die Sonne abschirmenden geschlossenen Fensterläden bis es Abend wird, oder wir suchen etwas Abkühlung im lärmigen, überfüllten Joggeli, oder...?

Elf Unentwegte entsteigen in Hornussen dem Bus. Bereits am Vormittag ist es schwül-warm. Das liebliche Fricktal ist in flirrendes Sonnenlicht getaucht. Eiligen Schrittes begeben wir uns in den Wald. Stille umfängt uns. Kein Vögelein mag singen und keine Insekten brummen. Nur wir stapfen munter plaudernd auf dem Weg daher. Für die Mittagsrast haben Nik und Nelly einen besonders lauschigen Picnicplatz ausgekundschaftet.

Ausgeruht und erquickt nehmen wir die zweite Etappe in Angriff. Uns gegenüber liegt der Striehen mit seiner markanten Antennenanlage. Als wir aus dem Wald treten, haben sich dunkel drohende Gewitterwolken vor uns aufgetürmt. Schnell streben wir Frick zu, unserem Endpunkt der Wanderung.

Nun, Nik und Nelly kennen nicht nur alle noch so verschlungenen Pfade, nein, sie kennen auch die beste Konditorei von Frick. Hier bestellen wir als krönenden Abschluss kühle Getränke, verlockende Pâtisserie oder fantasievolle Glacécoupes, während draussen ein kurzer, heftiger Regenschauer niederprasselt.

Zum Dritten:

Als wir am 26. Juli aus dem Zug nach Thusis steigen, sind wir froh darüber, unsere vom Fahren steifen Glieder zu recken. Auf steil ansteigenden Waldweg führen uns Ursula und Hasan zum Etappenhalt Hohenrätien. Doch unser Ziel sind die geheimnis-vollen Felsritzungen auf Crap Carschenna. Nach der Mittagsrast bestaunen wir die mit Moos und Flechten überwachsenen Spiralen, stilisierten Tiere usw. aus grauer Vorzeit, deren Alter und Bedeutung noch nicht restlos geklärt sind. Nach einem Abstecher zum markanten Kirchlein St. Cassian erreichen wir den Postautohalt in Scharans und gelangen via Thusis wiederum zurück ins heimatliche Basel.

 

Und zum Vierten:

Was wäre ein Wandersommer ohne Zweitägigen! Am Wochenende vom 1./2. August steht der Bedretto-Höhenweg auf dem Programm. An unserem Nationalfeiertag hat Petrus die Schleusen geöffnet und für reichlich Abkühlung gesorgt, so dass Nik sich entschliesst, die vorgesehene erste Etappe abzuändern. Für den Regen gewappnet, wandern 17 Naturfreunde und -freundinnen samt Hund durch regennasse Wälder und Wiesen nach Bedretto. Im hübschen Hotel „Locanda Orelli“ angekommen, lassen wir unsere nassen Kleider trocknen, während wir in der gemütlichen Gaststube die feine Tessiner Kost geniessen.

Wer hätte das gedacht! Am Morgen des zweiten Tages lacht die Sonne vom wolkenlosen, blauen Himmel. Die zweite Etappe des Höhenweges ist damit gesichert. Wild romantisch präsentiert sich die Landschaft des oberen Tessin. Auf der gegen-überliegenden Talseite sehen wir die Serpentinen der Gotthardstrasse. Am Wegrand leuchten bereits die Silberdisteln, Zeichen dafür, dass der Spätsommer angebrochen ist.

Als wir auf das Postauto warten, das uns nach Airolo zurückbringt, schauen wir glücklich auf die unwiederbringlich schönen Erlebnisse zurück.

Unser Dank geht an alle Wanderleiter und -leiterinnen, die für uns jahraus, jahrein so abwechslungsreiche und tolle Wanderungen anbieten.