, Klaus Rolf

Zum Homberggraben

Sonne, wolkenloser knallblauer Himmel und 13 Spuren im Schnee, Juchee!

Heute ist der 1. Adventstag 2023:

Gemäss Wetterprognose soll es heute einen Eistag geben. Die Temperatur soll den ganzen Tag im Minusbereich sein. Die Sonne werde nur kurzzeitig  zu sehen sein. Erschreckt Sie die Kälte? Dann bleiben Sie wie andere Naturfreunde zuhause. Aber eine Prognose ist eben nicht die Realität.  

Nach einer längeren Bahn- und Busfahrt beginnen wir, 13 Naturfreunde mit Nelly als unsere Leiterin und Leon, dem treuen Hund den Anstieg von Seewen-Herrenmatt nach Juchen am Rand vom Buechenberg. Entgegen der Wetterprognose wandern wir bereits bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Wir werden begleitet von den Orgelklängen aus der imposanten Kirche von Seewen mit ihren beiden Kirchtürmen.

Die erste etwas steilere Wegstrecke führt uns über offene schneeweisse Felder. Die umliegenden Wälder und Höhen haben alle eine Schneedecke und erinnern an Wintermärchen aus unserer Kindheit. Ein Auto mit Familie kommt hinter uns den Berg hinauf. Angebunden an der Heck-Stossstange sind zwei Bob-Schlitten. Darin sitzen freudig lachend Kinder. Nicht ganz ungefährlich, aber der Vater zieht und fährt langsam. Kurz danach fahren die Kinder die beiden Bob-Schlitten unter Aufsicht der Mutter die Strasse hinunter, mit viel Juchzen und Purzelbäumen in den seitlichen Tiefschnee, was für eine Gaudi! (Gaudi steht für Spass, und ist oberdeutsch)

Bei Birchtelen kommen wir in den Winterwald und wandern dem Rächtenberg und oberhalb des Homberggraben  bis wir den Wald verlassen und dort einen komfortablen Picknickplatz vorfinden. Hier machen wir den obligatorischen Trinkhalt und eine technische Pause für Mann und Frau.   

Gestärkt wandern wir durch das letzte Waldstück des Rächtenbergs und weiter über die Rächtenbergweid zum grossen Bauernhof Rechtenberg. Ab hier ist unser Weg nicht mehr vom Tiefschnee befreit und wir machen unsere eigenen Spuren im Schnee. Ein starker Aufstieg fordert die gestärkten Kräfte vom Trinkhalt. Wandern im Tiefschnee ist anstrengender als auf gepfadeten Wandwegen, auch wenn diese vereist sind. Auf der Steinmatt beim  Wasserreservoir ist das steile Stück geschafft, ab hier ist es nur  noch ein kurzes Wegstrecke im Tiefschnee, vorwiegend abwärts, bis wir zur ARA Bretzwil kommen. Jetzt habe ich doch etwas Hunger. Also rasch auf dem schneefreien Gehweg dem Seebach entlang ins Restaurant zur Blume in Bretzwil (im Dialekt: Brätzbel genannt). Es erwartet und dort ein feines 3-Gang Mittagessen. Mit dem Postauto fahren wir abschliessend zurück nach Grellingen und mit der S-Bahn nach Basel SBB.

Unsere Streckendaten: reine Wanderzeit ca. 2 ½ Std., Länge: 8,5 km, Aufstieg: 281m, Abstieg: 194 m.

Und zum Schluss die Bemerkung von Leon: Mit vier kurzen Beinen und einer so freundlichen Begleitung macht‘s Spass mit Euch zu wandern auch wenn ich im Tiefschnee mit meinen kurzen Beinen etwas Mühe hatte. Und danke Nelly für deine kompetente Wanderleitung. Adieu Leon und bis zum nächsten Mal.

 

Text : Rolf Klaus

Bilder: Ruth Misteli, Rolf Klaus